Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Altkirchen

Brandkatastrophen gab es in der Geschichte der Menschheit schon immer.
So auch im Fürstentum Sachsen- Altenburg. Da immer wieder große Güter und Bauernhöfe den Flammen zum Opfer fielen, wurde eine „Gemeine Feuer-Ordnung auf Schlösser, Städte und Dörfer im Fürstentum Altenburg“ erstellt.
Im Jahr 1782 verlangte dann eine überarbeitete Form dieser „Feuer- Ordnung“ die Bildung von Löschmannschaften, so genannter Feuerrotten, in den Dörfern.
Als 1876 im Herzogtum Sachsen Altenburg Amtsbezirke eingerichtet wurden, bildete der Amtsbezirk Altkirchen mit seinen 18 Orten ein Spritzenverband.
Zu diesem Zeitpunkt war „eine gute Feuerspritze, welche einen starken Wasserstrahl hoch auswirft“ (Bericht des Amtsvorstehers Jacob Mälzer an den damaligen Landrat) stationiert. Andere vier Orte waren mit elf zweirädrigen Karren mit in Schwebe hängenden Fässern, sowie zehn weitere Orte mit 23 Sturmfässern ebenfalls genügend ausgerüstet. Mit Dach- und Obstleitern sowie Kannen und Eimern aus den Gehöften standen den Einsatzkräften zusätzliche Hilfsmittel zur Brandbekämpfung zur Verfügung.
Ein Jahr später wurde eine neue Spritze mit zwei Schläuchen, sechs Zylindern und einem Wasserzubringer für 1.485 Mark gekauft. Diese reichte jedoch laut Landrat zur Brandbekämpfung im Bezirk Altkirchen nicht aus. Daher sollte in jedem Ort eine kleine Handspritze stationiert werden. Die frühzeitige Brandbekämpfung wurde zudem durch die Ersetzung der Sturmfässer durch Wasserfässer aus den Gehöften, sowie stabile Feuerwehrleitern unterstützt.
Aus den bestehenden fünf Rottenbezirken der 18 Gemeinden wurde im Zeitraum von 1898 bis 1900 die Feuerwehr Altkirchen gegründet.
1906 kaufte man mit Fördermitteln des herzoglichen Ministeriums zwei neue Spritzen, 60 m Hanfschlauch und vier neue Verschraubungen. Ein letzter Zuschuss vor dem ersten Weltkrieg wurde für die Anschaffung zweier Vorwagen verwendet.
Im Jahr 1926 erhielten die Feuerwehrmänner eine Tragkraftspritze, die auf einem Pferdewagen zum Einsatzort transportiert wurde. Daraufhin erbaute man in vielen freiwilligen Arbeitsstunden an der westlichen Giebelseite des Gasthofes „Zu den drei Linden“ ein erstes Spritzenhaus. Am 26. März 1933 erfolgte hierfür die feierliche Übernahme.
Erst 1936 bildeten sich schließlich auch die Löschgruppen in Röthenitz und Jauern zu Freiwilligen Feuerwehren um. Dem ersten Wehrleiter in Jauern, Fritz Schellenberg, folgte 1939 Fritz Schulze, auch war im Ort eine Handdruckspritze stationiert. Die Freiwilligen aus Göldschen, Kratschütz und Gödissa gehörten ebenfalls der Jauerner Wehr an.
Zur am 21. Juli 1936 gegründeten Feuerwehr Röthenitz gehörten die nahe gelegenen Orte Illsitz und Kleintauschwitz. Im Ort war eine Handspritzpumpe mit einem Abgangsrohr stationiert. Das Amt des Wehrleiters übernahm zunächst Erich Starke.
Nach dem allmählichen Wiederaufbau der Feuerwehren nach dem zweiten Weltkrieg erhielt die Feuerwehr Röthenitz im Jahr 1952 ihre erste Motorspritze und konnte 1960 ihr neu erbautes Spritzenhaus am Löschteich beziehen.
1958 erhielt die Feuerwehr Jauern mit einer TS 8 ihre erste Motorspritze und konnte ebenfalls ein selbst errichtetes Gerätehaus ihr Eigen nennen.
Inzwischen sind die einzelnen Wehren als Wirkungsbereich zusammengeschlossen worden.
Im Jahr 1967 wurde durch die Freiwilligen der Altkirchner Wehr das Freibad als Löschwasserreservebecken erbaut und man errichtete ein neues Gerätehaus an der Straße nach Röthenitz. Im selben Jahr konnte auch ein neues Löschfahrzeug LO, ein LKW LF 8 „Robur“, übergeben werden.
Nun galt es sich mit der neuen Technik vertraut zu machen, und zahlreiche Ausbildungen durch die neu geschafften Katastrophenzüge zu absolvieren.
Große Erfolge erzielten die 37 Kameraden und neun Kameradinnen in den 70er Jahren beim Erwerb der ausgeschriebenen Leistungsstufen. In Altkirchen wurde ebenfalls der vorbeugende Brandschutz groß geschrieben. Mit der Gründung der AG „Junge Brandschutzhelfer“ in der Oberschule Altkirchen sorgte die Wehr für künftigen Nachwuchs.
Auch in Jauern wurde sich neben der allgemeinen Feuerwehrausbildung mit anderen Feldern des Feuerwehrwesens beschäftigt. So wurde der Feuerwehrsport intensiv und erfolgreich betrieben.
Auch in den 70er Jahren wurden die Kameraden gemeinsam zu vielen Einsätzen gerufen. So brannte mehrmals die Müllkippe in Röthenitz, Gehöfte mussten vor übergreifenden Feuern geschützt werden und ein Feuer im Kindergarten Altkirchen musste sprichwörtlich in den Kinderschuhen erstickt werden.
1990 wurde dann das 25 Jahre alte Löschfahrzeug durch eines gleichen Typs ersetzt. Dieses kam u. a. bei einem Feuer in der Milchviehanlage Altkirchen, einem weiteren Brand der Mülldeponie Röthenitz auf einer Fläche von 150 qm und großräumigen Evakuierungen und vorbeugende Brandbekämpfung zum Einsatz.
Im Jahr 1995 wurden schließlich die Wehren Altkirchen, Röthenitz, Jauern und Trebula in einer Wehr zusammengeschlossen, dieser stand nun Uwe Schellenberg als Wehrleiter vor.
Ab dem Jahr 1991 kam es immer wieder zum Erfahrungsaustausch zwischen der Altkirchner Wehr und der Wehr der Partnergemeinde Maulbronn im Enzkreis Mühlacker. Bis heute pflegen die Wehren den Kontakt miteinander, schon allein durch die gemeinsamen Jugendfeuerwehrlager.
Doch auch die Arbeit in der Wehr veränderte sich. 1992 wurde der Feuerwehrverein Trebula, 1993 der Feuerwehrverein Altkirchen, Jauern, Röthenitz e.V. gegründet.
1996 wurde die Jugendfeuerwehr mit 16 Mitgliedern durch die Kameraden Zwingenberger und Brand aufgebaut. Ab diesem Zeitpunkt sicherte sich die Altkirchner Wehr mit ihrem eigenen Nachwuchs ihre stetige Einsatzbereitschaft.
Auch die Technik erweiterte sich zusehends, so konnte im Jahr 1996 ein Tanklöschfahrzeug W 50 und im Jahr 1999 ein vom Bund für den Katastrophenschutz eingesetztes Gefahrengutfahrzeug zur Dekontamination von Personen übernommen werden.
Gleichzeitig wurde am 3. Oktober 1999 den Kameraden ein neues Feuerwehrgerätehaus übergeben. 2004 folgte mit der Neuanschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeugs eine weitere Verbesserung der Einsatzbedingungen.

Rauchmelder retten Leben




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